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Es gibt viele Mütter, die sich bereits kurz nach der Geburt oder zu einem späteren Zeitpunkt Sorgen darum machen, ob sie ihrem Baby genügend Muttermilch schenken können. Häufig ist es die Angst, dass möglicherweise zu wenig Milch beim Stillen vorhanden sein könnte und das Baby dadurch nicht satt wird. Sollte wirklich zu wenig Muttermilch da sein, so bleibt außerdem die Frage, woher das Problem stammt und vor allem wie es zu lösen ist.

Schon einmal vorab eine sehr wichtige Information: Nur 2% aller Mütter haben wirklich zu wenig Muttermilch und können daher entweder gar nicht, oder nicht ausreichend stillen, wie sie gerne möchten.

Reicht meine Milch wirklich aus?

Ob die eigene Muttermilch fürs Baby ausreichend ist, dürfte zu den absoluten Top-Fragen stillender Mütter gehören. Es gibt jedoch einige Indizien dafür, dass mit ihrer Muttermilch bzw. mit der Menge an produzierter Milch alles in bester Ordnung ist.

    Reicht die Muttermilch fürs Baby aus

  • Ihr Baby ist fröhlich, wirkt gesund und fit.
  • In den ersten vier Monaten nimmt ihr Baby im Monat etwa 450 Gramm zu, wöchentlich etwa 115 bis 230 Gramm. Nach dem vierten Monat (bis zum sechsten Monat) etwa noch 85 bis 140 Gramm wöchentlich und ab sechs Monaten etwa 40 bis 85 Gramm in einer Woche. Bedenken sie allerdings, dass dies nur grobe Richtwerte sind!
  • Sie stillen ihr Baby etwa acht bis zwölf Mal am Tag und bieten ihm die Brust in regelmäßigen Abständen ab, schätzungsweise alle zwei bis drei Stunden.
  • Ihr Kind schluckt beim Stillen Milch und sie können es entweder hören, oder aber direkt sehen.
  • Die Windel ihres Babys ist fünf bis acht mal am Tag entsprechend nass
  • Der Stuhl des Babys ist nach der Geburt senffarben und nach einigen Tagen Stück für Stück ein bisschen heller.

Treffen einige oder alle dieser Hinweise auf ihr Baby zu? Dann ist alles gut, ihr Baby bekommt ausreichend Muttermilch von ihnen und sie müssen sich absolut keine Sorgen machen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Noch mehr Wissen zum Thema stillen finden sie auf der Übersichtsseite.

Zu wenig Muttermilch

Wenn sie allerdings wirklich zu wenig Muttermilch produzieren, dann ist dieses Problem nur sehr, sehr selten auf eine medizinische Ursache zurückzuführen. Meistens ist es dagegen Angst, Stress oder das manuelle Eingreifen in das Stillsystem zwischen Mama und Baby.

Nervös und Angespannt

Sind sie nervös, haben sie Angst, fühlen sie sich gestresst, wenn es um das Stillen bzw. die nächste Muttermilch-Mahlzeit für ihr Baby geht? Falls ja, dann verkrampft sich bestimmt ihr gesamter Körper und genau dieses Gefühl wird leider auch auf ihr Baby übertragen.

Lösung: Das Sprichwort „In der Ruhe liegt die Kraft“ sollten sie in diesem Fall wortwörtlich nehmen. Versuchen sie ganz ruhig zu bleiben, vertrauen sie auf ihren Körper und darauf, dass das Stillen das natürlichste der Welt ist, was bereis unzählige Mütter vor ihnen gemeinsam mit ihren Schützlingen geschafft haben. Sie müssen gar nichts tun, sie müssen sich nicht konzentrieren oder besonders „gut“ darin sein. Es reicht vollkommen aus, wenn sie ihr Baby lieben, ihm Ruhe und Zuneigung schenken und selbst entspannt sind.

Angst vor dem Stillen

Ruhe und Entspannung mit einem StillkissenHäufig kommt es durch falsche Anlege-Techniken dazu, dass die Brustwarze der Frau bereits nach wenigem Stillen gerötet ist, manchmal auch wund oder im schlimmsten Fall entzündet. Es lässt sich natürlich nicht mehr rückgängig machen und ich kann absolut verstehen, dass sie nun Angst verspüren, wenn es an das nächste Stillen geht. Auch ich war in dieser Situation, weil mir nicht einmal direkt im Krankenhaus gezeigt wurde, wie das richtige Anlegen überhaupt funktioniert. Geschlagene vier Tage später war eine Stillberaterin bei mir, die mich informieren wollte. Ganz ehrlich: Zu diesem Zeitpunkt war es leider längst zu spät. Jetzt bleibt nur noch die Chance, das Anlegen die nächsten Male „besser“ zu machen bzw. für ihre Brustwarzen weniger schmerzhaft. In dieser Anleitung erfahren sie, worauf es dabei ankommt.

Wenn ihre Brustwarzen wund sind, ist schneller Rat teuer. Versuchen sie am besten, das Problem schnellstmöglich zu lösen, damit sie in Ruhe und vor allem ohne Schmerzen weiter stillen können. Geben sie nicht auf, wenn es in dieser Phase schmerz. Ich weiß, dass diese Schmerzen einem die Tränen in die Augen jagen können, aber das ist es wert. Ihr Baby wird es ihnen danken!

Lösung: Tipps gibt es viele, angefangen von dem Trocknen der Brustwarzen an der frischen Luft, über das Einreiben mit Muttermilch bis hin zu Teebeutel-Kompressen. Allerdings helfen diese Mittel meiner Meinung nach allesamt nicht wirklich gut, wenn überhaupt. Mir persönlich hat Wollfett (Lanolin) immer noch am besten geholfen, in Kombination mit vielen weiteren Tipps, die ich in diesem Ratgeber noch in einem separaten Beitrag erläutern werde. Achten sie außerdem darauf, nun die richtige Anlege-Technik zum Stillen zu verwenden und wechseln sie die Seite der Brust während dem Stillen häufiger, um ihre Brustwarzen zu schonen. Stillen sie außerdem häufiger als sonst, auch wenn das auf den ersten Blick erstmal absurd klingt. Ist ihr Baby allerdings schon sehr hungrig (weil sie länger gewartet haben), dann saugt es auch viel intensiver, stärker und damit leider auch für sie schmerzvoller. Stillen sie ihr Baby dagegen kurz vor dem Schlafen und in kürzeren Abständen, ist der Sog nicht so doll und damit auch die Schmerzen geringer. Lassen Sie ihr Baby außerdem nicht an der Brust nuckeln, nachdem es satt ist (zumindest nicht in dieser Phase).

Zufüttern und Abpumpen

Die Angst vor dem Stillen ablegen.Wenn sie sich fürs Stillen entschieden haben, müssen sie eigentlich überhaupt nichts mehr tun, als ihrem Baby die wertvolle Muttermilch zu weiterzugeben. Allerdings haben viele Mütter das Gefühl, dass ihre Milch möglicherweise nicht ausreicht. Hierbei werden häufig Entscheidungen getroffen, die allerdings das natürliche biologische System zwischen Mama und Baby aus dem Gleichgewicht bringen. Zur Erklärung: Saugt ihr Baby sehr kräftig an der Brust, fordert es jede Menge Milch. Dem Körper wird somit signalisiert, dass mehr Milch produziert werden soll. Lassen sie dies zu, obwohl ihr Baby sich aktuell ziemlich anstrengen muss, um für seine Ansprüche genügend Milch zu bekommen. Greifen sie in diesem Fall allerdings manuell ein und geben ihm beispielsweise ein Fläschchen, damit es richtig schön satt ist, so stören sie damit das System. Das Baby ist so satt, dass es sich beim Stillen bzw. beim Einfordern der Milch weniger anstrengt. Dem Körper wird also signalisiert, dass nicht mehr so viel Milch benötigt wird und sie fangen an, weniger Milch zu produzieren. Dadurch wird ihr Baby erneut die Flasche fordern, weil nicht ausreichend Milch da ist, da der Schützling durch die Flasche gesättigt wurde.

Wie sie sehen: Zufüttern ist in der Regel der erste Schritt zum Abstillen, daher sollten sie keinesfalls aus Unsicherheit zum Fläschchen greifen. Verlassen sie sich stattdessen auf ihren geliebten Schatz – er wird ihrem Körper schon die richtigen Signale senden und immer genügend Milch von ihnen bekommen.

Lösung: Füttern sie keine Flaschennahrung zu, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Baby nicht genügend Milch bekommt. Lassen sie es stattdessen kräftig weiter an der Brust saugen, um die Milchproduktion verstärkt anzuregen.

Abpumpen statt stillenAuch das Abpumpen kann dazu führen, dass der Rhythmus gestört wird. Allerdings sind hier die Auswirkungen nicht allzu groß, denn im schlimmsten Fall haben sie schlichtweg zu viel Milch, allerdings nicht zu wenig. Sollten sie eine Mahlzeit überbrücken müssen, weil ihr Baby beispielsweise deutlich länger schläft als sonst, oder weil sie außer Haus sind und Muttermilch abpumpen müssen, dann pumpen sie am besten auf genau die Weise, wie auch ihr Baby saugen würde. Haben sie einen kleinen „Schnelltrinker“, der in kräftigen schnellen Zügen seine Milch einfordert und nach zehn Minuten pro Seite fertig ist? Dann pumpen sie auch genau so, um nicht am Ende (wenn sie beispielsweise 20 Minuten pumpen) viel zu viel Milch zu haben und im schlimmsten Fall einen Milchstaub erleiden (auch das ist eine sehr unangenehme Angelegenheit).

Lösung: Wenn sie abpumpen müssen, achten sie darauf, nicht zu kräftig und/oder zu lange zu pumpen, damit nicht übermäßig viel Milch produziert wird, was ihr Baby möglicherweise gar nicht trinken wird. Dadurch provozieren sie einen Milchstaub, was ebenfalls Schmerzen und weiteres Eingreifen nach sich ziehen wird.

Was kann ich sonst noch bei zu wenig Muttermilch tun?

Wenn sie mit viel Ruhe und Geduld ans Stillen herangehen, nicht zufüttern, nicht abpumpen und keinerlei Probleme mit wunden Brustwarzen haben, dann klären sie am besten gemeinsam mit ihrem Arzt, ob möglicherweise eine medizinische Ursache hinter der zu geringen Milchproduktion steckt. So oder so ist das Beste, was sie tun können: weiter stillen!