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Um sich voll und ganz dem Stillen zu widmen, ist vor allem eines notwendig: Ruhe und Entspannung. Sorgen sie stets für eine Umgebung und Situation, in der sie sich wohl fühlen. Ein angenehmes Licht, Ruhe und ein gutes Gefühl können viel dazu beitragen, dass aus dem ersten oder späteren Stillen ein wunderschönes Erlebnis wird. Stillen ist Kopfsache! Auch diesen Satz werden sie in Zukunft noch häufig im Hinterkopf haben, wenn ihr Baby möglicherweise unruhig ist beim stillen, einfach nicht trinken möchte, oder es mit den Anlegen nicht klappen will. Viele Probleme lassen sich bereits durch Ruhe und Geduld lösen, wenn wenn sie angespannt und nervös sind, überträgt sich dies ganz automatisch auch auf ihr Baby. Kleiner Tipp: Summen und singen entspannt nicht nur ihr Baby. 😉

Die Suche beginnt

Schon 20 bis 40 Minuten nach der Geburt ist der Sauginstinkt bei ihrem neugeborenen Baby vorhanden und besonders stark. Zu diesem Zeitpunkt wird ihr Baby mit Sicherheit bereits den Mund öffnen, stets auf der Suche nach einer Nahrungsquelle. Dabei wirft es möglicherweise auch den Kopf hin und her und verlangt nach ihrer Brust. Viele Kinder nehmen während dieser Suche ihre eigenen Händchen und saugen an ihnen, in der Hoffnung, wertvolle Muttermilch zu erhalten. Wenn es ihr Wunsch ist, ihr Baby direkt nach der Geburt zu stillen, so ist nun der perfekte Zeitpunkt dafür gekommen.

Das Baby richtig anlegen

Nehmen sie ihr Baby nun auf den Arm, stützen sie sein Köpfchen ab und führen sie seinen Mund zu ihrer Brust. Es gibt nun viele Kinder, die den Weg bis zur Zielgeraden ganz automatisch finden. Viele Schützlinge brauchen allerdings ein paar Hilfestellungen. Entweder gehört ihr Kind also zu den Babys, die direkt von Anfang an und ohne Zutun an der Brust trinken und dabei entspannt und zufrieden sind. Oder aber ihr Baby bekommt die Brustwarze möglicherweise nicht zu fassen und benötigt etwas länger Zeit, um sich an diese Situation zu gewöhnen.

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Es gibt auch Babys, die nach der Geburt schlichtweg viel zu müde sind und sich nicht ansatzweise auf das Stillen konzentrieren können, obwohl sie eigentlich Hunger haben. Sind die Babys nach der Geburt (möglicherweise durch eine PDA oder durch Schmerzmittel, welches die Mama erhalten) noch zu erschöpft oder gestresst, so benötigen sie erst einmal ausreichend Schlaf und werden sich danach dem Stillen und der Nahrungsaufnahme widmen.

Wenn ihr Baby etwas Hilfe benötigt, um den ersten Schluck Muttermilch zu bekommen, dann reiben sie beispielsweise ihre Brustwarzen ein wenig, damit sie entsprechend fester sind. Auf diese Weise bekommt ihr Baby die Warze besser zu fassen, da sie sich die Brustwarze nun deutlicher vom restlichen Brustgewebe unterscheidet.

Wie sollte das Baby beim Stillen liegen?

Wenn es um die richtige Position beim Stillen geht, so spielt es keine Rolle, ob sie im sitzen oder im liegen stillen. Wichtig ist, das ihr Baby eine Position eingenommen hat, bei der der Mund genau in Höhe des Brustwarze liegt. Dabei sollte das Baby genau so liegen, dass es sich auf keinen Fall verrenken sollte, aber auch sie sollen ihre Brust nicht erst zum Baby „schieben“ müssen. Finden sie die richtige Position, in der sowohl ihr Baby, aber auch sie nichts weiter zu tun haben, als Geduld zu haben. Sitzen oder liegen sie bequem und liegt der Mund ihres Babys genau vor ihrer Brustwarze, so halten sie ihr Kleines nun genau frontal zur Brust. Auf diese Weise muss es das kleine Köpfchen nicht extra seitlich verdrehen.

Die Wiegenhaltung

Das Baby in der Wiegenhaltung stillenMöchten sie im Sitzen stillen, so empfehle ich ihnen die sogenannte Wiegenhaltung. Dabei umfassen sie das Baby mit einem Arm und legen den Kopf auf ihrem Ellenbogen ab. Der Po des Babys liegt währenddessen in ihrer Hand und stützt ihr Kind. Versuchen sie nun, die Brustwarze so weit wie möglich hervorstehen zu lassen (durch reiben, oder C- bzw. V-Griff). Haben sie und ihr Baby die richtige Position eingenommen und ist auch ihre Brustwarze „bereit“, dann legt ihr Baby entweder ganz selbstständig los, oder sie helfen ein wenig nach, indem sie es ganz leicht mit der Brustwarze an der Unterlippe kitzeln. Auf diese Weise wird automatisch der Reflex ausgelöst, mit dem ihr Neugeborenes den Mund öffnet. Sobald der Mund offen ist, ziehen sie ihr Baby enger zu sich, damit es möglichst viel Brustgewebe zu fassen bekommt und nicht nur an der Brustwarze ziept.

Um ihrem Baby genügend Platz zum Atmen zu bieten, können sie (falls nötig) einen Finger an den Rand ihrer Brustwarze ansetzen (am besten so weit wie möglich von der Warze entfernt und so nah wie nötig). Drücken sie ihre Brust ein wenig runter, um ihrem Baby das freie Atmen zu ermöglichen. Hierbei sollten sie allerdings keinesfalls Brustgewebe vom Baby wegziehen, da es sonst die Brustwarze wieder verlieren könnte und es für das Baby mehr verwirrend als hilfreich sein könnte. Außerdem brauchen sie keine Angst haben, dass ihr Baby beim Stillen keine Luft bekommt. Kein Kind würde freiwillig weitertrinken, wenn es spürt, dass es keine Luft bekommt. Stattdessen lieben sie es, sich in ihrer Brust zu vergraben.

Startschwierigkeiten beim Stillen

Ruhe und Entspannung mit einem StillkissenStillen gehört zwar zu den natürlichsten und schönsten, teilweise auch zu den einfachsten Dingen der Welt, allerdings klappt es nicht immer von Anfang an problemfrei mit dem Stillen. Stattdessen sollten sie einfach etwas Geduld und vor allem Ruhe mitbringen und sich voll und ganz auf ihr Baby und dem Stillen konzentrieren. Haben sie die perfekte Anlegetechnik gefunden, so verringern sie damit die Gefahr, dass ihr Brustwarzen wund werden. Denn ganz ehrlich: Sie glauben ja nicht, mit welcher Kraft so ein kleiner Winzling saugen kann, wenn der Hunger ihn jagt.

Die ersten Tage trinkt ihr Baby oftmals nur wenige Minuten an der Brust, auch das ist ganz normal. Hat es ihrem Körper allerdings erst einmal signalisiert, wie viel Muttermilch benötigt wird, so wird es sich nach dem Auslösen des Milchspendereflex auch entsprechend satt trinken. Um die schlimmsten Schwierigkeiten direkt am Anfang zu vermeiden, ist es vor allem wichtig, dass ihr Baby richtig angelegt ist, dass es immer so viel von ihrer Brustwarze wie möglich im Mund hat und dass sie nicht allzu lange am Stück stillen, da auch ihre Warzen eine kleine Pause gebrauchen können. Dass ihre Brustwarze am Anfang gerötet ist, kitzelt, prickelt oder gar brennt, ist ganz normal und vergeht nach einigen Tagen, sobald sie sich an die neue Situation und vor allem Belastung gewöhnt hat. Dieses „Ziehen“ werden sie möglicherweise auch noch nach Wochen spüren, denn manchmal dauert es gut und gerne fast zwei Monate, ehe sich die Brust vollkommen an den Säugling gewöhnt hat, der mit kräftigen Zügen seinen Hunger stillt.